Guatemala

Die Geschichte und Geografie
zum besseren Verständnis des Landes.

GEOGRAFIE

Zentralamerika


Zentralamerika befindet sich zwischen der südlichen Grenze Mexikos und der nordwestlichen Grenze Kolumbiens. Es verbindet Nord- und Südamerika.

Es wird vom Golf von Mexiko, dem Karibischen Meer und dem Pazifischen Ozean umgeben.

Die Länder in Zentralamerika sind Guatemala, Belize, Honduras, El Salvador, Nicaragua, Costa Rica und Panama.

Guatemala

108890 km2

14,8 Millionen Einwohner, davon über 60% Mayas und 40% unter 15 Jahren

Guatemala

Sprachen: Spanisch und 23 weitere anerkannte Sprachen, davon 21 Maya-Sprachen, Garifuna und Xinca

Guatemala

Präsidialrepublik

Staatsoberhaupt: Otto Pérez Molina

Währung: Quetzal (0,10 €)

Guatemala

Lebenserwartung: 71 Jahre

Alphabetisierungsgrad: 69 %

Religion: katholisch, davon Maya-Synkretismus (60 %) und Evangelisten (40%)

Index für menschliche Entwicklung 0,574, d.h. 131. Platz von 187 Ländern (UNDP)

BIP (2010): 41 Milliarden $ (FMI) (Frankreich 2.563 Milliarden $;
Deutschland 3.286 Milliarden $;
Spanien 1.410 Milliarden $;
USA 14.527 Milliarden $;
Brasilien 2.090 Milliarden $)

BIP pro Kopf (2010): 2 839 $

Wachstumsrate (2010) : 2,6 %

Anteil der unterbeschäftigten oder in der informellen Wirtschaft beschäftigten Personen: 60 %

Anteil der Wirtschaftssektoren im BIP :

Landwirtschaft: 11,3 %
Industrie: 29,2 %
Dienstleistungen: 59,5 %

Gesetzlicher Mindestlohn pro Monat: 2324 Quetzal (230 €)

Guatemala-Stadt
Die Landeshauptstadt


3,2 Millionen Einwohner mit Vororten

49 % der Bevölkerung der Hauptstadt lebt in 400 Elendsvierteln

GESCHICHTE

1000 v. Chr. – 900 n. Chr.

Entstehung und Verbreitung der Maya-Kultur

900-1400

Aus noch unbekannten Gründen geht die Maya-Kultur zurück. 

Die großen Zentren werden verlassen.

1500

Spanische Invasion in Zentralamerika. Die katholischen Priester versuchen oft mit Gewalt, die Mayas zum Christentum zu bekehren. Die Tempel werden zerstört und die heiligen Bücher (Codices) verbrannt, um Kenntnisse und Glauben zu vernichten, die als dämonisch gelten.

15. September 1821

In Guatemala-Stadt verkünden die zentralamerikanischen Provinzen ihre Unabhängigkeit von der spanischen Krone.

Die spanischen Siedler schreiben sich die besten Gebiete zu und vertreiben die Mayas zum Altiplano, den kalten und wenig fruchtbaren Gebieten. 


Noch heute haben zahlreiche Landwirte kein Grundstück und müssen bei den Großgrundbesitzern unterbezahlte Arbeit annehmen.

1901

Das nordamerikanische Unternehmen UFCO (United Fruit Company) lässt sich in Guatemala nieder und macht das Land zu einer "Bananenrepublik".
Diese ist ein Staat im Staat und beeinflusst die Regierungen, um alle sozialen Reformen und die Umverteilung der Grundstücke zugunsten der kleinen Landwirtschafts-betriebe und der Landwirte ohne Grundbesitz zu verhindern.

Von 1931 bis 1944

ist der Diktator-General Jorge Ubico Präsident des Landes.
Er verfolgt die Bewegungen der linken Parteien und der Volksorganisationen.
Nach 13 Jahren Diktatur verliert er jegliche Unterstützung auf internationaler Ebene.
Die soziale Unruhe zwingt ihn zur Abdankung.

1944-1954

Die "Oktoberrevolution 1944" ermöglicht im Jahre 1945 die demokratische Wahl von Juan José Arevalo und 1951 von Jacobo Arbenz.

Eine neue Verfassung und soziale Maßnahmen werden verabschiedet. Aber eine Landwirtschaftsreform, welche die wirtschaftlichen Interessen der USA bedroht, beendet die kurze demokratische Phase.

1954

Die Arbenz-Regierung wird der Sympathie mit Kommunisten beschuldigt und durch einem Staatsstreich gestürzt, der von der CIA auf Befehl der amerikanischen Regierung, der UFCO und mit Unterstützung der katholischen Hierarchie organisiert wird. In sozialer Hinsicht bedeutet dies einen Rückschritt.

Ab 1961

Die sozialen Ungerechtigkeiten führen zu Guerilla-Bewegungen, und das Land erlebt drei Jahrzehnte voller Gewalt.

Die Auseinandersetzungen zwischen der Guerilla (Zivile) und der Armee breiten sich aus und werden von der amerikanischen Regierung unterstützt.

Romeo Lucas Garcia : 1978-1982
Efrain Rios Montt : 1982-1983
und Oscar Mejia Victores : 1983-1985

In den aufeinanderfolgenden Diktaturen der Generäle nimmt die Offensive die Gestalt von einer Politik der verbrannten Erde und von Massenmassakern an.

Bilanz des bewaffneten Konflikts: 200.000 Opfer und knapp 50.000 Vermisste.
Die Kommission zur Aufklärung der Geschichte (CEH) konnte unter Aufsicht der Vereinten Nationen feststellen und beweisen, dass sich der Staat Guatemala des Völkermords der Mayas beschuldigt hat.

Januar 1986

Nach einer jahrzehntelangen Militärdiktatur wird in Guatemala Vinicio Cerezo Arévalo demokratisch zum ersten zivilen Präsidenten gewählt. Trotz dieser Veränderung finden weiterhin Auseinandersetzungen zwischen der Guerilla und der Armee statt, und die Massaker der Maya-Gemeinden werden fortgesetzt.

Dezember 1996

Friedensabkommen beenden den bewaffneten Konflikt, der das Land 36 Jahre lang beherrschte.

Seit 1996

Das Land wird von sozialer und krimineller Gewalt zerrissen. 
Guatemala wird eines der Länder der Welt, in dem am meisten Gewalt herrscht.

Hier werden jeden Tag Durchschnittlich 18 Menschen ermordet.